War die Kehrsatzung erst der Anfang? Gemeinde prüft auch bei Wasserversorgung eine Neuerung

In ihrer jüngsten Gemeinderatsitzung haben die gewählten Kommunalpolitiker fast einmütig entschieden, die Pflicht zur Straßenreinigung den Bürgern zu übertragen. Zur Entscheidung führte Druck von Aufsichtsbehörden, in diesem Fall des Landratsamtes. Dieses hatte gefordert, die hoch verschuldete Gemeinde müssen die Kosten für die Straßenreinigung korrekt auf die Grundstücksbesitzer umlegen.
Nach einer mehrere Monate dauernden Auseinandersetzung um die Straßenreinigungsgebühren hatten die Gemeinderäte jetzt genug und entschieden sich dafür, die Gebühr gleich ganz abzuschaffen. Die Gemeinde sah sich offenbar nicht in der Lage oder war nicht willens eine von Gemeinderat Jörg Bubel geforderte «faire, kostendeckende Gebührenkalkulation zu erstellen», bei der «jede Interpretation, rechtliche Unklarheit und Auslegungsmöglichkeiten nicht berücksichtigt» werde.
Bubel war in der Gemeinderatssitzung dann auch der einzige, der sich nicht dem Vorschlag der Verwaltung anschloss, die Bürger zum Besen greifen zu lassen. Die anderen lobten die gesundheitlichen Aspekte des Selbstkehrens oder verwiesen darauf, dass die Kehrmaschine jetzt nicht mehr um parkende Autos herumfahren muss.

Gebühren für Wasserversorgung müssen kostendeckend sein

Nach der Sitzung diskutierten einige Gemeinderäte inoffiziell bereits weitere Möglichkeiten der «Bürgeraktivierung». So muss die Gemeinde auch die Wasserversorgung kostendeckend betreiben, was aufgrund der nötigen Sanierungen und Investitionen zu immer weiter steigenden Gebühren führen wird. Die letzte Erhöhung wurde ebenfalls in der Sitzung im November genehmigt.
Es ist «eine unbefriedigende Situation, immer nur höhere Kosten zu beschließen», sagte ein Gemeinderat dem Adelsdorfer Gemeindeschreiber. Seinen Namen möchte er nicht genannt wissen, aber er deutete an, dass für 2017 geprüft werden soll, ob die Wasserversorgung durch das teure und teils marode Rohrsystem eingestellt werden könnte. Stattdessen würde dann eine kleine Flotte aus Tanklastwagen mit Frischwasser die Versorgung sicherstellen.
Einzige Voraussetzung wäre die Installation von Frischwassertanks in den Wohnhäusern. «Die Gemeinde würde den Einbau solcher Anlagen wohl bezuschussen», sagt der Gemeinderat im Gespräch mit dem Adelsdorfer Gemeindeschreiber. Letztlich wird die Höhe eines solchen Zuschusses wohl davon abhängen, wie hoch die Einsparungen auf der Seite von Leitungen, Wasserwerk und gemeindlichen Brunnen ausfallen. Perspektivisch könnten wegen der zunehmenden Nutzung von Solarenergie auch bestehende Öltanks in den Häusern umgenutzt werden.
«Am Ende könnten wir sowohl Kosten sparen als auch das Bewusstsein der Bürger schärfen, dass Wasser eine wertvolle Ressource ist», sagte ein Mitarbeiter der Rathausverwaltung, der mit in einer Projektgruppe tätig ist. Bis Mitte 2017 soll dem Vernehmen nach diese Projektgruppe erste Ergebnisse ihrer Arbeit im Gemeinderat vorstellen.

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