Auf Hörrlein-Gelände sollen neue Wohnblöcke entstehen

Im Oktober verkündetet Geschäftsführer Hans-Peter Hörrlein das Aus für den Traditionsbetrieb Hörrlein an der Bahnhofstraße. Jetzt zeichnet sich ab, wie es auf dem Gelände künftig weitergeht. Wie der Adelsdorfer Gemeindeschreiber aus gewöhnlich gut unterrichteter Quelle erfahren hat, soll auf dem ehemaligen Fabrikgelände ab 2018 ein Wohngebiet entstehen. Geplant sind mehrere Gebäude, die Platz bieten sollen für bis zu 1200 neue Bewohner.

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Die rote Markierung zeigt, wo sich das Hörrlein-Gelände in Adelsdorf befindet.

In einem Vorprüfungsverfahren hat die Gemeinde bereits grünes Licht signalisiert. Eine Änderung des Flächennutzungsplanes sei bereits in Vorbereitung. Bürgermeister Karsten Fischkal sagte: “Ja, natürlich, würde mich das freuen. 1200 neue Adelsdorfer Bürgerinnen und Bürger bringen uns dem Ziel näher, bald eine Stadt mit 10.000 Einwohnern zu sein.” Zu einer “Stadt” gehören dann nach Auffassung von Rathaus-Spitze und Gemeinderat offensichtlich auch Hochhäuser. Jedenfalls lassen dass die ersten dem Adelsdorfer Gemeindeschreiber exklusiv bei einem Besuch in Hörrleins Privathaus vorgelegte Ideen-Skizzen vermuten.

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Die Computer-Animation für ein „Gurkenglas“-Hochhaus. Die Architekten Meuron & Herzog haben sie als Entwurf eingebracht.

Wie Hans-Peter Hörrlein erläutert, ist ein Architektur-Wettbewerb bereits im Gange. Erste Favoriten für die Art der Bebauung kristallisieren sich schon heute heraus. Das Architekturbüro Pierre de Meuron & Jacques Herzog aus der Schweiz, bekannt unter anderem für die Allianz Arena in München, schlägt zwei Wohngebäude vor, deren Form an Gurkengläser erinnert. In den beiden oberen der insgesamt 15 Etagen sollen exklusive Maisonetten entstehen. In der unteren Etage sind Flächen für Handel und Gewerbe vorgesehen. Laut Hörrlein sollen dort auch Räume reserviert sein für einen FKK-Sauna-Club. Ein möglicher Betreiber ist bereits seit längerem auf der Suche nach Flächen für einen solchen Betrieb.

Beim Bau von drei Gebäuden dieser Art würden 180 Wohnungen entstehen – von der Zwei-Zimmer-Wohnung bis hin zu familienfreundlichen Fünf-Zimmer-Wohnungen. Ein zweiter Teilnehmer am Architektur-Wettbewerb, der Japaner Toyo Ito, interpretiert in seinen Entwürfen ebenfalls das Thema Gurkenglas. Er abstrahiert in seinen Entwürfen jedoch stärker und schlägt statt einem zylindrischem Bau eine Art hochkant gestellten Gurkenglasdeckel als Gebäude vor. Ein ähnliches, 110 Meter und 25 Stockwerke hohes Gebäude, wurde bereits in Abu Dabi als Firmensitz gebaut. Für Grundstückseigentümer Hörrlein scheint diese Variante jedoch nicht Favorit zu sein. “Ich glaube, dass ein einzelner Gurkenglasdeckel zu wenig von der Geschichte der Firma transportieren würde”, sagt er im Gespräch mit dem Adelsdorfer Gemeindeschreiber.

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Wird die Idee der „Meerrettich-Towers“ im Gemeinderat eine Mehrheit finden?

Hörrlein scheint einen anderen gewagten Entwurf zu favorisieren. Die Skizzen zieht er mit sichtlicher Begeisterung aus der Schublade des Schreibtisches, an dem bereit sein Vater und Großvater die Geschicke der Firma Hörrlein geleitet hatten. Es sind Ideen von Architekt und Hochaus-Experte Adrian Smith (USA), der unter anderem verantwortlich ist für die Petronas Tower in Kualalumpur oder das Burj Khalifa in Dubai. Für die Bebauung des Hörrlein-Areals in Adelsdorf ließ er sich begeistern, weil Smiths Vorfahren entfernte Verwandte von Waldemar Schmitt, Seniorchef im “Drei Kronen”, sein sollen. Bauen möchte er in Adelsdorf “etwas, was sehr eng mit der Geschichte der Hörrleins verwoben ist”. Es handelt sich um zwei Hochhäuser mit 120 Meter Höhe, die die Form zweier Krenwurzeln haben – nach dem Putzen.

Bronzeskulptur als Reminiszenz an die Krenweiber?

Neben den Wohngebäuden soll auf dem mehrere tausend Quadratmeter großen Gelände auch Raum bleiben für Freizeit und Kultur. So ist in den Architekturentwürfen eine kleine Erholungsanlage geplant, die unter anderem eine Knoblauchzehen-Weitspuck-Bahn und einen Geruchspfad als Attraktion für Jung und Alt vorsieht.

Eine Bronzeskulptur an der Bahnhofstraße soll auch nach Beendigung der Bauphase im Jahr 2020 an die vormalige Nutzung des Standorts erinnern. Laut Hans-Peter Hörrlein ist an eine Bronzeskulptur gedacht, die fünf im Kreis sitzende Frauen zeigt, die Krenwurzeln putzen.

Bereits im Jahr 2017 soll dem Bauausschuss des Gemeinderats einer der drei Entwürfe aus dem Wettbewerb vorgelegt werden. Vorher wird Hörrlein eine Jury benennen, die Machbarkeit und Akzeptanz der verschiedenen Entwürfe überprüfen soll.

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