Bäckerei Burkard kommt jetzt doch – mit einem revolutionärem Konzept

Im August 2013 strahlen Adelsdorfs Bürgermeister Karsten Fischkal und Robert Burkard aus Pommersfelden für ein Pressefoto um die Wette: Der Bäckerei-Unternehmer war sich mit Fischkal einig geworden. In Adelsdorf sollte auf einem 9000 Quadratmeter großem Grundstück sein neuer Betriebsstandort entstehen, inklusive 160 Arbeitsplätze, die bisher in Pommersfelden sind.

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Bereits im August 2013 entstand dieser Pressebericht. Bürgermeister Fischkal verkündet als Erfolg, dass sich die Bäckerei Burkard für die Verlegung des Firmensitzes von Pommersfelden nach Adelsdorf entschieden hat.

Über dreieinhalb Jahre lang war von dem Projekt nichts mehr zu hören und erst recht nichts zu sehen. Kein Spatenstich auf dem Grundstück im Gewerbegebiet, keine neuen Pressetermine zum Fortschritt der Planungen, keine Proteste der bisherigen Belegschaft in Pommersfelden. Zwischenzeitlich hieß es sogar, das Projekt liege auf Eis (Bericht von infranken.de).

 

Doch wie der Adelsdorfer Gemeindeschreiber exklusiv erfahren hat, waren weder die Bäckerei Burkard noch die Gemeinde untätig in den letzten Jahren und Monaten. In einer internen E-Mail an seine Mitarbeiter, die dem Adelsdorfer Gemeindeschreiber zugespielt wurde, schreibt Burkard: „Das lange Warten hat ein Ende. Wir werden noch im ersten Quartal 2017 unser revolutionäres Konzept der Öffentlichkeit präsentieren. (…) Ich möchte Ihnen, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, danke für die Ausdauer und Bereitschaft, in neuen Dimensionen zu denken.“

Welche „neuen Dimensionen“ damit gemeint sind, war auf Umwegen in Erfahrung zu bringen. So hat Robert Burkard bei der Sicherheitsgesellschaft am Flughafen Nürnberg (SGN) im November 2016 eine Genehmigung eingeholt, den Luftraum über der der Gemeinde Adelsdorf bis zu einer Höhe von 50 Metern in Anspruch zu nehmen. Diese wurde ihm auch erteilt.

Skizzen und Pläne, die derzeit nach Informationen von Rathaus-Mitarbeitern im Bauamt der Gemeinde Adelsdorf geprüft werden, zeigen, wofür diese Genehmigung nötig ist. Das neue Firmengebäude der Bäckerei Burkard in Adelsdorf sieht auf dem Dach bis zu 96 kreisförmige (1,50 Meter Durchmesser) Landeplätze mit jeweils eigener Steckdose vor.

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Die Foto-Montage zeigt, wie ein künftiger Brötchen-Lieferservice per Drohne aussehen könnte.

Gekennzeichnet sind diese in den Plänen als „Bun Spots“, also frei übersetzt als Brötchen-Landeplätze. Der Durchmesser von 1,50 Metern entspricht exakt jenem, den der Logistik-Konzern DHL für den Einsatz von Drohnen empfiehlt. Seit einigen Monaten bereits experimentiert DHL mit einer Paketzustellung per Drohne. Womöglich steht die Bäckerei Burkard jetzt kurz vor dem Abschluss eines Vertrags mit DHL über die Produktion und den Betrieb von speziell angepassten Drohnen für die Lieferung von Brot und Brötchen. Darauf deuten immer wieder im Industriegebiet Adelsdorf und auch in Pommersfelden am bisherigen Stammsitz von Burkard gesichtete Fahrzeuge von DHL hin.

 

Von Robert Burkard selbst war zu den Drohnen-Plänen keine Stellungnahme zu erhalten. „Wir melden uns, wenn es etwas zu melden gibt“, sagte er auf Nachfrage. Etwas redseliger ist hingegen Adelsdorfs Bürgermeister Fischkal. „Es liegt etwas in der Luft“, sagte er im Gespräch mit dem Adelsdorfer Gemeindeschreiber und lächelte vielsagend. Konkreter sprach Fischkal über eine „GmbH für Innovation und Forschung im Dienstleistungsbereich“, die die Gemeinde demnächst gründen möchte. Neben Metzger Jürgen Fleischmann, dessen Fleischimat ein innovatives Vermarktungskonzept für Fleisch- und Wurstwaren darstellt (Bericht der NN), könnte laut Fischkal „ein Unternehmen aus dem Backbereich mit einem neuartigen ebenfalls Gesellschafter der GmbH werden.

Ebenfalls eine heiße Spur in Richtung Drohnen-Zustellung von Brötchen ist ein Beratungsmandat, das Jochen Galster, ehemaliger Bäcker in Aisch, bei Burkard angetreten haben soll.  Galster gilt nach wie vor als Experte für die Fertigung besonders kleiner Brötchen. Ein geringes Gewicht der Backwaren ist bei der Flugtauglichkeit von besonderem Vorteil.

Noch sind viele Fragen offen. Was kostet die Drohnen-Lieferung von Brötchen? Gibt es Höchstgrenzen beim Gewicht? Welche Flugrouten gibt es im Gemeindegebiet? Der Adelsdorfer Gemeindeschreiber wird weiter berichten.

Ein Kommentar zu „Bäckerei Burkard kommt jetzt doch – mit einem revolutionärem Konzept

  1. Zu den kleinen Brötchen fällt mir noch folgende wahre Geschichte ein, die die Bemühungen Adelsdorfer Bäcker nach immer kleineren Gebäckstücken verdeutlicht.
    Tatort Gasthaus zur Post Adelsdorf. Achtziger Jahre. Der Geier´s Hans begrüßt den herein tretenden Nachbarn und Bäckermeister Karl mit den Worten:“ Na Karl, jetzt brauchst deinen Laden gar nimmer aufsperren“. „Warum?“ war die Gegenfrage überraschten Bäckers. „Weil du deine Bretzen bald auch durch´s Schlüsselloch rauslangen kannst!“.

    Das war die Geburtsstunde des sogenannten Kleingebäcks. Jedenfalls Drohnentauglich.

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