„Rathaus of Cards“ – Adelsdorfer Kommunalpolitik wird zur TV-Serie

Die US-Fernsehserie „House of Cards“ beschert dem TV-Streaming-Anbieter Netflix seit 2013 ordentliche Gewinne. Dass Politik und Intrigen ein guter Stoff für spannende Unterhaltung sind, hat jetzt auch der Bayerische Rundfunk bemerkt und plant eine Adaption der „House of Cards“-Idee auf lokaler Basis. Wie der Gemeindeschreiber aus gewöhnlich gut informierten Kreisen erfuhr, arbeiten Drehbuch-Autoren derzeit bereits an der ersten Staffel. Die Handlung soll dabei die Adelsdorfer Gemeindepolitik als Basis haben.

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Das Original-Plakat der US-Erfolgsserie „House of Cards“.

Das Projekt soll im Studio Nürnberg des Bayerischen Fernsehens unter dem Arbeitstitel „Rathaus of Cards“ entwickelt werden. Ein Mitarbeiter des Produktionsteams verriet gegenüber dem Adelsdorfer Gemeindeschreiber, dass in einer Vorphase die Politik in gut zwei Dutzend bayerischen Gemeinden analysiert wurde. Letztlich aber habe sich das Autoren-Team für Adelsdorf entschieden, weil hier die „richtige Mischung aus sympathischen und unsympathischen Figuren, aus hochfliegenden Plänen und tiefen Enttäuschungen“ gefunden wurde. Zudem lägen die Konfliktlinien der lokalpolitischen Auseinandersetzung teils bereits Jahrzehnte zurück und böten so Stoff für die Entfaltung der Handlung in mehreren Staffeln mit Stilmitteln wie zeitlichen Rückblenden.

Ausdrücklich für interessant befunden, wurde der Aufstieg des Bürgermeisters, der sich dank der Hilfe eines kleinen, aber mächtigen Machtzirkels gegen die CSU-Elite durchsetzen konnte. Ebenso glauben die Köpfe des Projekts, dass die Figur eines lokalen Reporters mit besten Verbindungen, aber eben auch dunklen Seiten Potenzial steckt. Als Rahmenhandlung soll offenbar die Entwicklung des Ortes von einem ländlich geprägten Idyll hin zu einer Kleinstadt mit all ihren Problem dienen.

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Noch ist es ein Entwurf. Und noch ist auch der Name der Serie lediglich ein Arbeitstitel. Aber schon im Herbst könnte „Rathaus of Cards“ im Bayerischen Fernsehen anlaufen.

Angeblich sind erste konkrete Handlungsstränge bereits fertig. So geht es in der ersten Folge wohl um die Intrigen in der örtlichen SPD und die Ernennung der abtrünnigen Gemeinderätin zur Zweiten Bürgermeisterin. Ebenfalls Thema der ersten Staffel ist ein Gemeinderat der Freien Wähler, der sich zunehmend unwohl fühlt, die Politik des immer mächtiger werdenden Bürgermeisters zu vertreten und deshalb im Hintergrund an einer neuen politischen Gruppierung arbeitet.

In den nächsten Wochen soll das Bayerische Fernsehen mit dem Casting der Schauspieler beginnen. Für die Hauptrolle des Bürgermeisters sei vorstellbar, dass man dort mit dem Original arbeite. Bürgermeister Fischkal habe seine TV-Tauglichkeit bereits bei verschiedenen Gelegenheiten bewiesen. Ihm sei die Rolle durchaus zuzutrauen, so ein BR-Insider.

Mit „Rathaus of Cards“ könnte dem Bayerischen Rundfunk nach der Erfolgserie „Dahoam is dahoam“ ein weiterer Einschaltquoten-Hit gelingen. Die seit 2007 ausgestrahlte Serie spielt im fiktiven Ort Lansing und handelt von Familien- und Alltagsgeschichten der Dorfbewohner.

Hintergrund zum Thema (ganz ohne Satire): Die Adelsdorfer Gemeindepolitik ist seit den 70er-Jahren immer wieder stark polarisierend. Stand zunächst der Konflikt zwischen CSU und SPD (Bürgermeister Münch vs. Bürgermeister Trapp) im Mittelpunkt, waren es später die Konflikte der Freien Wähler mit der CSU. Dass Bürgermeister Karsten Fischkal bei den Kommunalwahlen 2014 ohne Gegenkandidat wiedergewählt wurde, ist eine Premiere für die an sich sehr politische Gemeinde gewesen. 

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