Adelsdorf erhält Angebote für Erdaushub aus ganz Bayern: Bürgermeister will Aussichtsberg als „Wertsteigerung“

Es ist wohl das, was man als Win-win-Situation bezeichnet: Bauherren können ihr Aushubmatarial gratis anliefern und die Gemeinde Adelsdorf wird bis Sommer 2018 einen Aussichtsberg bekommen. So jedenfalls sieht der Plan aus, von dem der Adelsdorfer Gemeindeschreiber aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen erfahren hat.

In den letzten Tagen sei eine Testphase sehr erfreulich verlaufen, heisst es aus dem Rathaus. Der Seeside-Investor habe die ersten Tausend Kubikmeter Aushub aus dem neuen Wohngebiet bereits ins Gewerbegebiet geliefert, wo der neue Aussichtsberg entstehen soll.

Laut statischen Berechnungen, die im Bauamt erstellt wurden, kann der neue Aussichtsberg auf dem rund anderthalb Hektar großen Gelände bis zu 430 Meter hoch werden. Da Adelsdorf selbst bereits 264 Meter über dem Meeresspiegel liegt, wäre der neue Aussichtsberg mit knapp 700 Metern Höhe die höchste Erhebung im Aischgrund.

Entscheidung fiel im Gemeinderat

Dem zukunftsweisenden Plan haben offensichtlich die Gemeinderäte vergangene Woche in einer nicht-öffentlichen Sitzung zugestimmt. Es sei die beste Lösung das seit Jahren brachliegende Gewerbeland doch noch sinnvoll zu nutzen.

Ursprünglich wollte die Gemeinde Aushubmatarial ankaufen. Jedoch hat ein Branchen-Insider dem Rathaus den heißen Tipp gegeben, dass normalerweise für die Entsorgung von Aushub bezahlt werden muss. Das liefert auch eine passende Erklärung warum bereits zig Bauunternehmen die Gemeinde kontaktiert haben, seit sie davon gehört hatten, dass der Seeside-Investor seinen Aushub gratis an die Gemeinde abgeben durfte.

Bürgermeister Fischkal soll in der Sitzung gesagt haben: „Jetzt schlagen wir drei Fliegen mit einer Klappe: Wir bekommen quasi gratis einen Berg, wir müssen kein Gewerbeland mehr verkaufen und wir können etwas für unser Image tun.“

Wie genau der neue Aussichtssberg zur Image-Steigerung dienen soll, wird eine Arbeitsgruppe in den nächsten Wochen erarbeiten. Erste Ideen sind geführte, aber kostenpflichtige Wanderungen auf den Berg oder auch eine Sommerrodelbahn. In jedem Fall sollen bronzene Tafeln an die Bauunternehmen erinnern, die kostenlos ihr Aushubmaterial zur Verfügung stellen.

Hintergrund zum Thema (ganz ohne Satire): Die Gemeinde hat kürzlich die Entscheidung getroffen, ein nicht verkauftes Gewerbegrundstück mit Aushubmaterial aus der Erschließung von vier Einfamilienhäusern und aus dem Seeside-Gebiet aufzufüllen. Nach bisherigen Erkenntnissen musste der Seeside-Investor für diese Art der „Entsorgung“ des Abraums nichts bezahlen. Für Bürgermeister Fischkal handelt es sich um „großes Glück“, dass man das Material bekomme. Kostenpflichtiger Artikel von infranken.de zum Thema: http://www.infranken.de/91325-Adelsdorf~/Wo-landet-die-Erde-aus-dem-Seeside-in-Adelsdorf;art215,2727418. 

Advertisements

Ein Kommentar zu „Adelsdorf erhält Angebote für Erdaushub aus ganz Bayern: Bürgermeister will Aussichtsberg als „Wertsteigerung“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s