Zu viel Bares! Gemeinde will Geldspeicher bauen, findet aber keinen Platz dafür

Die jüngste Sitzung mit der Verabschiedung des Gemeindehaushaltes hat es gezeigt: Adelsdorf hat ein Geldproblem. Und diesmal geht es nicht darum, dass Geld fehlt. Im Gegenteil: Man hat zuviel davon.

Rücklagen in Höhe von stolzen 8,6 Millionen Euro verkündete Kämmerer Christian Jakobs unlängst bei den Beratungen im Haushalt (hier der Bericht von infranken.de). Nach Jahren des Darbens und Sparens sind die Kassen wieder prall gefüllt. Die gute allgemeine wirtschaftliche Lage hat großen Anteil daran, dass die Gemeinde so viel Geld hat wie noch nie.

Im offiziellen Teil der Gemeinderatssitzung richteten die Gemeinderäte und die Rathausspitze den Fokus auf anstehende Investitionen und auf Zeiten, in denen die Einnahmen vielleicht nicht mehr so sprudeln wie zuletzt. Doch im inoffiziellen Teil der Sitzung soll es dann um ein Projekt gegangen sein, das man derzeit noch nicht in der Öffentlichkeit diskutiert wissen möchte. Wie der Adelsdorfer Gemeindeschreiber erfahren hat, gibt es konkrete Pläne zur Errichtung eines Geldspeichers.

Negativzinsen fressen das Vermögen auf

8,6 Millionen Euro lägen derzeit quasi mit einer Nullrendite auf Sparkonten. Teils würden sogar Negativzinsen anfallen, das Vermögen schrumpfe somit letztlich sogar. Bauamt und Kämmerer haben deshalb evaluiert, wie das Geld stattdessen verwaltet werden soll. Man rechnet im Rathaus nicht damit, das Vermögen bald wieder gewinnbringend bei einer Bank anlegen zu können und will es stattdessen selbst lagern.

Würde man die 8,6 Millionen Euro in Ein-Euro-Münzen lagern wollen, hätte man es mit einem Gewicht von 64,5 Tonnen zu tun. Das Volumen läge bei rund 11.000 Litern. Für eine derartige Menge Geld soll jetzt ein Geldspeicher gebaut werden. „Eigentlich war es eine Schnapsidee“, sagt ein Gemeinderat. „Aber wenn man genauer darüber nachdenkt, ist es der einzige sinnvolle Weg.“

Früher hätte man das Geld in Grundstücke investiert, die man später hätte zu Bauland machen können. Jedoch gibt es derzeit so gut wie keine freien Flächen mehr zum Erwerb.

Wohin soll der Geldspeicher?

Als grösstes Problem beim Bau eines Geldspeichers erweist sich aktuell die Suche nach einem geeigneten Grundstück. Angedacht ist ein kubischer Bau mit einer Grundfläche von zehn mal zehn Metern und einer Höhe von ebenfalls zehn Metern. In den Beratungen des Gemeinderats soll sich die Mehrheit für einen Standort in „möglichst zentraler Lage“ ausgesprochen haben. Man wolle den Geldspeicher öffentlich zugänglich machen, damit der Reichtum für alle Gemeindebürger und -bürgerinnen sicht- und erlebbar wird. Angedacht ist auch, dass der kubische Bau im unteren Teil Fenster erhält, so dass der Füllstand im Geldspeicher jederzeit erkennbar ist.

Die Standortsuche wird parallel zu einem Architektenwettbewerb vorangetrieben. Mit einer Entscheidung zum Bau des Geldspeichers wird im Januar oder Februar gerechnet.

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