Niemand will ein Bistro eröffnen? Dann macht’s der Bürgermeister eben selbst!

Seit bald einem halben Jahr hängt nun bereits die Offerte im Schaufenster des ehemaligen Blumenladens zwischen Rathaus und Friedhof. Im April hatte Bürgermeister Karsten Fischkal seine Idee eines Bistros in der Ortsmitte der lokalen Presse vorgestellt – und diese hat auch ausführlich darüber berichtet (wie hier im Fränkischen Tag nachzulesen).

Vielleicht waren und sind die Vorstellungen des Bürgermeisters aber zu konkret. Kein Ort für Besäufnisse, keiner für laute Musik, aber auch kein Restaurant sollte es werden, und nur an Abenden und an Wochenenden sollte es geöffnet sein, diktierte er den Reportern im April 2018 in die Blöcke.

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Die Suche nach einem «Durchstarter» zieht sich nun schon einige Monate lang hin. Im ehemaligen Blumenladen – noch früher dem Schreibwarengeschäft der Familie Brenner – herrscht immer noch gähnende Leere. (Foto: Anirtak-Press)

Dass weiterhin die grossformatige Werbung in den Schaufenstern hängt, lässt vermuten, dass die Person, die in diesem Korsett ein Bistro betreiben möchte, noch nicht gefunden wurde. Aber der Bürgermeister wäre nicht der Bürgermeister, hätte er nicht noch einen Plan B in der Hosentasche.

Wie dieser aussieht, wurde durch einen leichtsinnigen Facebook-Dialog in den letzten Tagen publik. Karsten Fischkal will selbst Bistro-Betreiber werden. Starthilfe bekommt er dabei von Ernährungsfachfrau Angela Schickert aus Heppstädt. Für einen ihrer Kurse an der VHS mit dem Titel «Frankreich zum Anbeißen» hat sich Fischkal nach eigener Aussage angemeldet. Ob der Fokus auf die französische Küche später bleibt oder die kulinarische Ausrichtung noch erweitert wird, will der Bürgermeister abhängig machen vom Erfolg seiner Kursteilnahme.

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So verriet der Bürgermeister seine Pläne fürs Bistro in Adelsdorf.

In der nächsten Sitzung des Gemeinderats will Fischkal dann aus jeder Fraktion mindestens eine Person benannt wissen, die mit ihm gemeinsam das Bistro betreibt. Für die Gemeinderäte wäre eine Tätigkeit hinter dem Tresen oder als Bedienung eine Neuerung. Bisher besteht ihr Kontakt zum Gastgewerbe-Geschehen in der Gemeinde doch grösstenteils aus dem passiven Teil: Sie lassen sich bei Festen und Jahreshauptversammlungen meist bewirten. Aus Effizienzgründen könnten dann künftig auch Gemeinderatssitzungen oder Treffen der Ausschüsse direkt im Bistro stattfinden. So vermeide man eine zeitliche Doppelbelastung.

Die Pläne für das Bistro sind soweit gediehen, dass im Gemeinderat wohl auch schon über einen Namen entschieden werden könnte. Bisher eingegangene Vorschläge wie «Bistro Blabla» oder «Chez Karsten» sollen aber dem Vernehmen nach nicht in die engere Wahl kommen. Bessere Chancen soll laut gut unterrichteten Kreisen «Bistro B» haben. Hierfür hat sich eine fraktionsübergreifende Gruppe der Gemeinderäte Bubel, Birkner, Bierlein und Bergner stark gemacht.

Hintergrund zum Thema (frei von Satire): Ende April kündigte Bürgermeister Karsten Fischkal in der örtlichen Presse den Kauf des Gebäudes mit der Adresse Hauptstrasse 19 an. Ein Kaufvertrag sei bereits unter Dach und Fach. Nach Aussagen des Bürgermeisters von Ende April müsste das Haus nach einem Kauf durch die Gemeinde aber noch kernsaniert werden (Kostenschätzung mindestens 300.000 Euro). Bisher wurde aber auch mit solchen Arbeiten nicht begonnen. 

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