Na also, geht doch! Fischkal doch zu Debatte bereit – aus einem bestimmten Grund

Seit Tagen gibt es ein Hin und Her: Vor der Bürgermeisterwahl am 15. März sollte es unbedingt eine Podiumsdiskussion der fünf Bewerber um das Amt geben. Doch der amtierende Bürgermeister Karsten Fischkal zeigte den Herausfordern die kalte Schulter. Bisher.

Denn nach Informationen des Adelsdorfer Gemeindeschreibers gibt es jetzt doch noch eine Debatte, der sich Fischkal stellt. Er soll seine Bereitschaft signalisiert haben, weil die Diskussion von mehreren TV-Stationen übertragen wird. Neben Aischgrund TV sollen auch Phoenix und Arte sowie Sputnik TV ihre Kameras installieren. Fischkal gilt unter allen Bewerbern für das Amt als derjenige mit einem am stärksten ausgeprägten «Fernsehgesicht».

Neben dem bereits angefragten Moderator Klaus Strienz, einem pensionierten Lehrer des Gymnasiums Höchstadt, werden zwei weitere Moderatoren die Bürgermeisterkandidaten befragen. Als Vertreter der lokalen Wirtschaft ist Waldemar Schmitt, Seniorchef des Landhotels Drei Kronen, vorgesehen. Als Vertreter der Zivilgesellschaft ergänzt der katholische Pfarrer Thomas Ringer das Moderatoren-Trio.

Für die Studiokulissen sollen in den Vereinigten Staaten nicht mehr benötigte Elemente aus dem Vorwahlkampf bereits im Flugzeug unterwegs nach Adelsdorf sein.

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Das Double von CSU-Mann Uwe Pöschl (links) auf Freie-Wähler-Seite ist Tim Scheppe.

Wie der Gemeindeschreiber erfahren hat, bereitet sich Fischkal bereits seit einigen Tagen auf die TV-Debatte vor. Fischkals Gegenkandidaten werden dabei von Mitgliedern und Kandidaten der Freien Wähler dargestellt. CSU-Kandidat Uwe Pöschl wird dabei von FW-Mann Tim Scheppe dargestellt.

Den Kandidaten der «Adelsdorfer Bürger», Ralf Olmesdahl, stellt in den Trainingsrunden der Freie-Wähler-Gemeinderat Günter Münch dar. Und Münch hat sich ebenfalls als geeignet erwiesen, neben Olmesdahl auch den SPD-Kandidaten Norbert Lamm zu doubeln. Ein Mitglied des engen Wahlkampfstabs des Bürgermeisters sagte gegenüber dem Adelsdorfer Gemeindeschreiber, dass Fischkal in einer ersten Übungsrunde Münch versehentlich mehrfach als «Herrn Lamm» angesprochen habe. «Zum Glück gibt es derzeit fast nur einen Typ Brille – das macht es für uns in der Vorbereitung deutlich einfacher», sagte der Wahlkampf-Manager.

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Münch, Olmesdahl und Lamm – drei Politiker, eine Brille.

Nur für den Grünen-Kandidaten Michael Auer konnten die Freien Wähler einfach kein geeignetes Mitglied finden.

Der Termin für die TV-Debatte wird hinter den Kulissen derzeit fieberhaft gesucht. Bisher konnte ein gemeinsamer Termin nicht gefunden werden, weil entweder ein Kandidat seinen Turnbeutel vergessen hatte, mitzunehmen oder der Bürgermeister verhindert war, weil er noch ein Gedicht für einen Besuch bei einem 90. Geburtstag auswendig lernen musste.

Hintergrund zum Thema (frei von Satire): Nach einer «One Man Show» bei der Kommunalwahl 2014 haben die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Adelsdorf in diesem Jahr bei der Bürgermeisterwahl wieder eine echte Auswahl. Gegen den seit 2008 amtierenden Bürgermeister Karsten Fischkal treten gleich vier Kandidaten an: Uwe Pöschl (CSU), Norbert Lamm (SPD), Michael Auer (Grüne) und Ralf Olmesdahl (Adelsdorfer Bürger). In den letzten Tagen hatten sich die Herausforderer und der SC Adelsdorf gemeinsam bemüht, eine gemeinsame Podiumsdiskussion aller Kandidaten zu organisieren. Diese Bemühungen sind allerdings gescheitert. Der SC Adelsdorf spricht in der Absage der für den 4. März geplanten Veranstaltung von «massiver Intervention von politischen Vertretern», die die Veranstaltung verhindert hätte. In Facebook-Foren haben sich danach interessierte Bürgerinnen und Bürger enttäuscht und irritiert gezeigt, warum es in Adelsdorf anders als zum Beispiel in Höchstadt keine Podiumsdiskussion gibt. In dieser Debatte haben SPD-Kandidat Lamm sowie Vertreter von CSU und «Adelsdorfer Bürgern» erklärt, dass die Absage nicht auf ihr Betreiben passiert ist. Von Seiten des amtierenden Bürgermeisters gibt es bislang keine öffentliche Stellungnahme, warum er nicht für eine öffentliche Diskussion zur Verfügung steht. 

Und für alle, die Satire bis hierher noch nicht verstanden haben: Es wird wohl leider tatsächlich keine Podiumsdiskussion in Adelsdorf geben. Allem Anschein nach hat vor allem der Amtsinhaber kein Interesse daran, sich seinen Herausforderern und den Fragen der Bürgern zu stellen.

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